Froschhausen – 60 Euro Miete für die Einschulungsfeier der Alfred-Delp-Schule in Froschhausen wollten Schulleitung und Förderverein vom Kreis erstattet haben. Von Oliver Signus

Doch der sieht sich nicht zuständig, verweist unter anderem auf das Budget der Schule, das wiederum so knapp ist, dass es keine Spielräume gibt.
Für Schulleiterin Gabi Adam ist es eine Frage des Prinzips: „Wir werden die 60 Euro schon irgendwo her bekommen. Die Diskussion darum zeigt aber die generelle Mangelverwaltung in den Schulen auf.“

Was war passiert? Für die Einschulungsfeier der ABC-Schützen hatte die Schule im Juli das Bürgerhaus Froschhausen von der Stadt gemietet und 60 Euro bezahlt. Das Geld wollte die Schule vom Kreis als Schulträger wieder zurück haben – doch der lehnte ab. In einem Schreiben erklärte Johannes Ditzinger vom Fachdienst Schule des Kreises Offenbach und selbst Froschhäuser „als Überbringer der schlechten Nachricht“, dass der Schulträger die 60 Euro nicht übernehmen werde. Geregelt ist das nirgends, eine Verordnung gibt es nicht. „Es ist einfach nicht vorgesehen“, sagt eine Sprecherin des Kreises auf Anfrage und verweist darauf, dass die Ausgestaltung der Feier der jeweiligen Schule obliege.

Gleichzeitig meinte Ditzinger in dem Schreiben, dass die Feier entweder auf dem Schulhof oder in der Turnhalle hätte stattfinden können. „Unmöglich“ findet Manfred Raab, seines Zeichens Kassierer des Schulfördervereins, diese Vorschläge. Eine solche Feier müsse vorbereitet werden, auf dem Schulhof sei man vom Wetter abhängig. „Zwischen 40 Grad und Platzregen“ sei da alles möglich gewesen, meint Raab. Auch die Halle sei keine Option gewesen, da sie nach der Sanierung nicht mehr mit Schuhen betreten werden darf.

Die Schule solle die 60 Euro aus ihrem Budget begleichen, doch das ist so knapp bemessen, dass es „hinten und vorne nicht langt“. 8412 Euro stehen laut Raab der zweizügigen Schule mit 135 Kindern (nur der zweite Jahrgang ist einzügig) zur Verfügung. Nicht viel, meint der Kassierer, denn mit 4589 Euro geht bereits mehr als die Hälfte für die Bezahlung von Vertretungslehrern drauf. Der Etat sei auf Grund vieler Krankheitsfälle bereits ausgereizt, Geld müsse von anderen Positionen verschoben werden, sagt Gabi Adam. Weitere 3000 Euro seien für Lehrmittel vorgesehen, ganze 219 Euro stehen für Fortbildungsmaßnahmen der Lehrer zur Verfügung.

Hinzu kommt ein Budget vom Kreis, dessen Höhe die Schulleiterin nicht nennen wollte. „Mit dem Budget kommen wir hin“, sagt sie und betont, dass sie diesbezüglich keine Kritik am Kreis üben möchte. Gleichzeitig räumt sie aber ein, dass man in diesem Jahr erstmals Geld für Kopien von den Eltern verlangen musste.

Das Budget soll dem Vernehmen nach zwischen 4000 und 5000 Euro jährlich betragen. Der Zuschuss des Kreises sieht dabei auch 150 Euro für die Ausgestaltung von Feiern vor, für die Begleichung von Mietkosten sei dieses Geld aber nicht gedacht. Spielräume sieht Manfred Raab daher keine mehr. Auch das Argument des Kreises, dass es so einen Fall noch nie gegeben habe, lässt er nicht gelten: „Die Schülerzahlen steigen, da muss man auch flexibel reagieren“, fordert er. Weitere Schritte werde man nicht unternehmen. Die Kosten werde nun eben der Förderverein übernehmen. Der Kassierer bedauert allerdings, dass dieses Geld nun an anderer Stelle fehle. Er hofft, „dass das dem Kreis wenigstens peinlich ist“.

Quelle: Op-online.de vom 29.09.18, 03:05 Uhr